JOHANNA SCHWENK AUTORIN UND MEDIENDRAMATURGIN  
 


LEERSTELLEN – RESONANZRÄUME

Leerstellen – Resonanzräume. Zur Ästhetik der Auslassung im Werk des Filmregisseurs Christian Petzold (2011)


„Eine Leerstelle ist nicht leer, sondern ein Resonanzraum“. Diese Formulierung des deutschen Regisseurs Christian Petzold für seine Filme ist Dreh- und Angelpunkt der Untersuchung. Erstmals wird der literaturwissenschaftlich geprägte Begriff der Leerstelle systematisch in eine filmwissenschaftliche Analyse übertragen und erweitert. Neu ist vor allem die Betrachtung der Leerstelle im bewegten Bild und die Auswertung der akustischen Leerstelle in Musik und Geräusch. Als wichtigster Vertreter der sogenannten „Neuen Berliner Schule“ erschafft Petzold Filmkunst, indem er reduziert.

Die Autorin zeigt Petzold als einen minimalistischen Regisseur, der sich Konventionen entzieht, Fragen unbeantwortet lässt, den Verzicht als Prinzip begreift und genau aus dieser Ästhetik der Auslassung seinen filmischen Reichtum schöpft. Seine entschlackte Dramaturgie und Bildsprache führen zu einer Kinematographie, die in ihrer Unmittelbarkeit und gleichsam physischen Präsenz der Deleuzeschen Vorstellung vom „Zeit-Bild“ nahe steht.

Das Werk ist Teil der Reihe Filmstudien, Band 63.


Inhaltsverzeichnis und Leseprobe



BUCHKRITIK VON HANS HELMUT PRINZLER

Über Christian Petzold


„Christian Petzolds neuer Film BARBARA nimmt am Wettbewerb der Berlinale teil. Über den eigenwilligen, stilbildenden Regisseur ist gerade eine kluge Publikation erschienen, die Diplomarbeit der Mainzer Mediendramaturgin Johanna Schwenk: „Leerstellen – Resonanzräume. Zur Ästhetik der Auslassung im Werk des Filmregisseur Christian Petzold“ (Nomos Verlag, Baden-Baden, 102 S., 29 €). Ausgehend von der Leerstellen-Theorie in der Literatur und der Bildenden Kunst analysiert die Autorin speziell Petzolds Gespenster-Trilogie (DIE INNERE SICHERHEIT, GESPENSTER, YELLA) mit dem Blick auf Zeit, Raum und Bewegung. Ihre Befunde sind auch in der knappen Formulierung spannend und erkenntnisreich. Der Anhang enthält ein Interview mit Petzold.“


www.hhprinzler.de/2012/02/uber-christian-petzold/


INTERVIEW
Mit Christian Petzold

Das Interview hier lesen.